Kurzinformation zum Thema Angst
(Flugangst, Höhenangst, Prüfungsangst, Panik etc.)

> Was ist Angst?
> Was ist eine Angsterkrankung?
> Symptome von Angsterkrankungen
> Ursachen von Angsterkrankungen
> Häufigkeit von Angsterkrankungen
> Therapie von Angsterkrankungen
> Links zum Thema Angst



Was ist Angst?

Angst ist eigentlich eines unserer ursprünglichsten Gefühle. Sie hat jahrmillionenlang zur Erhaltung unserer Art beigetragen. Angst ist in der Regel ein biologisch sinnvolles Signal und keine Krankheit. Sie ist eine Reaktion auf eine Bedrohung und dient dazu, auf diese Bedrohung mit Angriff oder Flucht (oder mit einem Totstellreflex) zu reagieren, d. h. sich mit der Bedrohung auseinanderzusetzen. Für diese Auseinandersetzung benötigt der Organismus Energie. Diese wird ihm in Form von "Brennmaterial" und Sauerstoff erst dann in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt, wenn vorher durch ein Angstsignal die entsprechenden Hormone ausgeschüttet wurden. Die Angst bewirkt, dass Stresshormone wie z. B. Adrenalin, Cortisol etc. ausgeschüttet werden, wodurch z. B. die Herz- und Atemfrequenz und die Muskelentspannung erhöht werden, und vermehrt Zucker in den Blutkreislauf befördert wird. Dadurch werden die für Kampf oder Flucht erforderlichen Muskelgruppen mit der benötigten Menge an Sauerstoff und Energie (Zucker) versorgt (sog. Bereitstellungsreaktion).

Was ist eine Angsterkrankung?

Von einer Angsterkrankung spricht man erst dann, wenn die Angstreaktionen zu stark, zu häufig oder zu lange anhaltend auftreten, wenn sie unpassend sind und nicht einer verbesserten Anpassung an die Realität dienen, sondern dazu führen, dass sich durch Vermeidungsverhalten und Rückzug viele Einschränkungen im Leben ergeben, die Angst außer Kontrolle gerät und das Leben dominiert.

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Symptome von Angsterkrankungen

Entsprechend der im ersten Absatz beschriebenen Bereitstellungsreaktion reagiert der Organismus mit unterschiedlichen (Angst-) Symptomen:

  • Herzklopfen/-rasen/-stolpern (das Herz "schlägt einem bis zum Halse")
  • Forcierte Atmung (vor lauter Schreck meint man, nicht mehr genug Luft zu bekommen)
  • Muskelzittern (man bekommt zittrige oder weiche Knie)
  • Mundtrockenheit ("die Spucke bleibt einem weg")
  • Übelkeit (es wird einem "schlecht vor Angst")
  • Durchfall (man bekommt "Schiss")
  • Schweißausbrüche (Angstschweiß), etc.

All diese Reaktionen des Organismus auf Angst sind völlig normal und sinnvoll, wenn es darum geht, angesichts eines gefährlichen Gegners (z. B. eines wilden Tieres) durch Kampf oder Flucht zu überleben. In unserer hochzivilisierten Industriegesellschaft sind diese Reaktionen allerdings oft nicht mehr passend. Dies führt einerseits dazu, dass die aufgestaute "Stressenergie" vermehrt zu psychosomatischen Erkrankungen (siehe dort) führt. Andererseits lösen die oben beschriebenen Körpersymptome häufig Ängste aus - Ängste, die sich auf eben diese Körpersymptome beziehen.

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Ursachen von Angsterkrankungen

Die Ursachen von Angsterkrankungen sind vielfältig. Bei der im letzten Absatz beschriebenen Angst vor bestimmten Angst- bzw. Stresssymptomen spielt eine unzutreffende Zuordnung der Angst zu einem normalen Körpersymptom eine wesentliche Rolle. Die meisten Angsterkrankungen haben aber einen etwas komplexeren Hintergrund. Dabei geht es nicht nur um die Wahrnehmung, Bewertung und Reaktion auf bestimmte Körpersymptome (in diesem Falle Stresssymptome wie Herzrasen etc. - s.o.) sondern - wesentlich allgemeiner - um die Wahrnehmung, Bewertung und Reaktion auf unterschiedliche äußere oder innere Signale. Im Falle von Angsterkrankungen sind Wahrnehmung, Bewertung und Reaktion auf diese Signale oft inadäquat. Bei einer inadäquaten Bewertung eines Signals als Gefahrensignal wird zum Beispiel etwas als Gefahr eingeschätzt, was tatsächlich keine Gefahr darstellt (z. B. aufgrund mangelnder Erfahrung oder aufgrund traumatischer Vorerfahrungen). Ein inadäquates Gefahrensignal kann aber auch entstehen, wenn eine "innere Gefahr" droht, die mit der äußeren Realität nicht viel zu tun hat bzw. mit dieser nicht kompatibel ist. Das Erleben einer "inneren Gefahr" kann z. B. resultieren aus einer mehr oder weniger automatischen, reflexartigen "Erinnerung" an frühere Gefahrensituationen, die mit den heutigen Auslösern der Angst nicht mehr viel gemeinsam haben; eine "innere Gefahr" kann aber auch ein innerer Konflikt sein, der als gefährlich erlebt wird (z. B. der Konflikt, einerseits seine Meinung sagen zu wollen, andererseits die Meinung aufgrund bestimmter verinnerlichter moralischer Normen nicht sagen zu dürfen). Hier spielen Lernerfahrungen und lebensgeschichtliche Prägungen eine große Rolle. Bei der Entstehung von Angsterkrankungen spielen in der Regel mehrere dieser Faktoren eine Rolle (oft stehen sie auch in Wechselwirkung miteinander und verstärken sich gegenseitig). Schließlich kann die allgemeine Neigung, mit Angst oder Angstsymptomen zu reagieren, unspezifisch durch ein erhöhtes inneres Anspannungsniveau verstärkt werden. Hier ist dann auch die allgemeine körperliche Konstitution von Bedeutung.

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Häufigkeit von Angsterkrankungen

Angsterkrankungen treten in der Allgemeinbevölkerung relativ häufig auf. Verzichtet man darauf, einzelne Unterformen von Angsterkrankungen zu unterscheiden (z. B. Flugangst, Spinnenangst, Platzangst, Herzangst, soziale Ängste, Panik, generalisierte Angst etc.), findet man in der Allgemeinbevölkerung eine Häufigkeit von ca. 5-10% (manche Quellen geben sogar bis zu 20% an).

Therapie von Angsterkrankungen

Therapie von Angsterkrankungen: Die meisten Angsterkrankungen lassen sich psychotherapeutisch sehr gut behandeln. Je nach Form und Entstehung der Angsterkrankung finden unterschiedliche therapeutische Ansätze Anwendung. Bei einfachen und nicht oder wenig chronifizierten Ängsten wirkt in der Regel ein verhaltenstherapeutischer Ansatz recht gut. Bei chronifizierten und komplexen Angstformen kann dies jedoch unter Umständen nicht ausreichen, sodass hier eine längere analytische Psychotherapie erforderlich werden kann. Insbesondere bei bestimmten sozialen Ängsten kann auch eine Gruppentherapie sehr hilfreich sein. Bei sehr chronifizierten, durch Medikamentenabhängigkeit komplizierten Angsterkrankungen, die zu ausgeprägtem sozialem Rückzug und Einengung des Bewegungsfreiraumes geführt haben, ist auch eine stationäre Psychotherapie anzuraten. Zusätzlich zur Psychotherapie kann eine medikamentöse Therapie mit sog. "Antidepressiva" (Medikamente, die nicht nur bei Depressionen erfolgreich eingesetzt werden und die nicht abhängig machen) erfolgversprechend sein. Dringend abzuraten ist dagegen von sog. angstlösenden Medikamenten (Anxiolytika, Benzodiazepine), die zwar schnell wirksam sind, jedoch innerhalb von kurzer Zeit abhängig machen (diese Medikamente dürfen in der Regel nur unter kontrollierten Bedingungen über kurze Zeit verabreicht werden).

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Links zum Thema Angst

www.de.wikipedia.org/wiki/Angsterkrankung
www.psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/angst/angst_ueberblick.php
www.zeus.zeit.de/text/2006/01/S-Angst_2fneu
www.zeit.de/2005/07/Kultur_2fGeist_Interview
www.akdae.de/45/AngstZwang.pdf#search=%22angst%22 (Info-Broschüre)
www.palverlag.de/Panikattacken.html (orienterende Angst-Tests)
www.panikstoerung.com/phpBB2/index.php (Selbsthilfeforum)

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